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Die Suchoi Su-25 (NATO-Codename "Frogfoot") ist ein Erdkampfflugzeug aus sowjetischer Produktion. Sie stellt das Gegenstück zur Fairchild-Republic A-10 dar und erfüllt ähnliche Aufgaben: die zielgenaue Zerstörung von Bodenzielen, bei Tag und Nacht unter allen Wetterbedingungen. Insbesondere wird die Su-25 (meist im engen Verbund mit Bodentruppen) gegen gepanzerte Fahrzeuge, Konvois, Brücken, Straßen, Start- und Landebahnen, Eisenbahnlinien sowie nicht oder schwach verbunkerte Kommando- und Feuerstände sowie gegen Helikopter eingesetzt.

Die Entwicklung der Su-25 begann im Jahre 1968. Damals entstand bei Suchoi in einem Team unter der Leitung von Zhurii V. Ivashezkin erste Entwürfe einer intern T-8 genannten Maschine. Zunächst war das offizielle Interesse zurückhaltend, dies änderte sich erst in den Jahren 1972/1973. Am 22. Februar 1975 startete Wladimir Iljuschin mit dem ersten, noch mit zwei RD-9 - Triebwerken ausgerüsteten, Prototypen T-8-1 in Schukowski zum Erstflug. Die weiter modifizierte T-8-2 flog erstmals am 26. Dezember 1975 mit V.P.Valsilyev. Beide Prototypen wurden später auf R-13-300 umgerüstet. Für die ersten Serienmaschinen entschied man sich jedoch für das neuentwickelte R-95Sh - Triebwerk. Die Su-25 stand in Konkurrenz zur Iljuschin Il-102, Suchoi war jedoch erfolgreicher und erhielt Serienaufträge der WWS. Nach ihrer Identifizierung durch die NATO im Jahre 1977 erhielt die Su-25 zunächst die provisorische Bezeichnung Ramenskoye Ram-J. Den NATO-Codenamen "Frogfoot" erhielt sie erst im Jahre 1981.

Im Vergleich zur amerikanischen A-10 ist die Su-25 etwas kleiner dimensioniert, verfügt aber durch ihre beiden Triebwerke, die in seitlichen Gondeln am Rumpf (in schützenden Gehäusen aus rostfreiem Stahl) angebracht sind, über eine größere Leistungsfähigkeit. Wie bei der A-10, so ist auch bei Su-25 die Pilotenkabine und die wichtigsten Teile der Offensivelektronik durch eine geschweißte 12-24 mm starke Titanwanne geschützt. Die Pilotenkanzel ist mit einer Frontscheibe aus Panzerglas versehen. Das Erdkampfflugzeug ist mit einem robusten Fahrgestell für Operationen auf Feldflugplätzen ausgestattet und braucht nur eine äußerst kurze Startbahn von rund 1200 Metern Länge. Unter den Flügeln können vier Gehäuse mitgeführt werden, die die gesamte Ausrüstung für autonome Einsätze auf diesen Feldflugplätzen enthalten, wo es nur Treibstoff (es kann sogar Benzin oder Diesel verwendet werden) und Munition gibt. Die Su-25 verfügt über selbstdichtende Tanks in Rumpf und Tragflügel mit einer max. Kapazität von 3.660 l Kraftstoff. Viele Systeme der Steuerung und Regelung sind zur Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit mehrfach ausgeführt oder durch spezielle Vorrichtungen aus Stahl zusätzlich geschützt. Die interne Bewaffnung besteht aus einer doppelläufigen Kanone an der linken Bugunterseite. Die zehn Aufhängevorrichtungen (fünf unter jedem Flügel, davon je 1x für Luft-Luft-Raketen) können eine beachtliche Last (max. 4400 kg) an frei fallenden Waffen, an Abschussbehältern UB-16 und B8M1 für ungelenkte Raketen S-5 bzw. S-8, an Lenkflugkörpern (Ch-23, Ch-25ML, Ch-29L) und an Kanonencontainern SPPU-22 (Kampfsatz: 260 Schuss) mit einer vertikal beweglichen Kanone Gscha-23L aufnehmen. Diese Kanone kann bis zu 40° nach unten geschwenkt werden. Der Anbau dieser Kanonencontainer kann auch entgegen der Flugrichtung erfolgen. Dadurch ist es praktisch möglich "nach hinten" zu schießen, beispielsweise wenn das Erdziel bereits überflogen wurde und während des Abfluges noch bekämpft werden soll. Der Anbau von infrarot-gelenkten Raketen R-3S und R-60M zur Selbstverteidigung erfolgt an den äußersten Aufhängepunkten, und an den anderen Aufhängevorrichtungen (meistens an den innersten je ein Kraftstoff-Zusatzbehälter) ist der Anbau von maximal vier je 800 Liter bzw. je 1.150 Liter fassenden Kraftstoff-Zusatzbehältern möglich.

Die Suchoi Su-25T ist eine aus der Suchoi Su-25 entwickelte kampfwertgesteigerte, auch für die Panzerbekämpfung entwickelte, einsitzige Allwetterversion, im hinteren Cockpit ist Avionik sowie ein Treibstofftank eingebaut. Der Erstflug des Prototyps T-8M war am 17. August 1984.

Am 28. Dezember 2006 wurden die ersten sechs Su-25SM in Kubinka übergeben. Weitere sechs Maschinen sollen dieses Jahr folgen. Das Upgrade umfasst eine umfassende Modernisierung der Avionik, um Navigations- und Zielgenauigkeit bei Präzisionsschlägen zu verbessern. Das Waffenleitsystem PrNK-25 Bars verknüpft nun alle Sensoren, zu denen auch der Laserzielbeleuchter Klijon-PS gehört. Die Zuladung stieg von 4.000 auf 5.000 kg.

Im Jahre 1982 wurde das Flugzeug in den Dienst der sowjetischen Streitkräfte gestellt. Sie wurde in Afghanistan zunächst in einer Erprobungseinheit, später aber auch in regulären Einheiten eingesetzt. Während des Krieges wurden die Flugzeuge mit einem minimalen Wartungsaufwand und zum Teil von Feldflugplätzen aus eingesetzt. Die Su-25 hat sich bei der Bekämpfung der afghanischen Widerstandstruppen als äußerst effektiv erwiesen. Nach sowjetischen Angaben waren während des neunjährigen Einsatzes in Afghanistan lediglich 22 Totalverluste zu verzeichnen.

Mit dem Zerfall der ehemaligen Sowjetunion gelangten Su-25 in die Streitkräfte der Russischen Föderation, aber auch anderen Nachfolgestaaten.

Zu den weiteren Ländern in denen die Su-25 eingesetzt werden gehören : Äthiopien, Afghanistan, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Eritrea, Gambia, Georgien, Irak, Iran, Demokratische Republik Kongo, Nordkorea, Peru, Slowakei, Syrien, Tschechien, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, Usbekistan und Weißrussland.

Die DDR war an der Su-25 als Ersatz für die MiG-23BN interessiert. Da für die alten MiG-23BN jedoch keine Abnehmer gefunden wurden kam das Geschäft nicht zustande.

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